Nachzucht von Anemonenfische
Wenn man Anemonenfische nachzüchten möchte ohne großen Aufwand zu betreiben, so ist dies relativ einfach möglich, wenn es einem nicht um maximale Ausbeute geht. Ich habe etwa 2-10 Fischchen pro Gelege groß bekommen. Zumindestens bei Amphiprion frenatus ist mir die Nachzucht auf die im folgenden beschriebene Art gelungen:
Als erstes gilt es die frisch geschlüften Fischchen zu fangen. Da die Fische normalerweise sehr regelmäßig ablaichen ist es recht leicht herauszufinden, wie lange ein Gelege benötigt bis die Kleinen schlüpfen.
Als Vorbereitung habe ich ein 10L Glasbecken aufgestellt und mit Wasser gefüllt (wer hätte das gedacht
). Dazu habe ich eine kleine Membranpumpe mit einem Luftschlauf versehen, dessen Ende ich mit einem Stein am Boden des Beckens fixiert habe. Die Luftschlauch habe ich so geregelt, das 2-3 Blasen pro Sekunde aufstiegen.
Wenn nun der Tag des Schlupfes gekommen ist muss man Abends bei abgeschalteter Strömung, kurz nachdem das Licht erloschen ist, eine Taschenlampe nehmen und mit dieser ins Becken leuchten. Die Fischchen kommen recht schnell ans Licht und man kann sie einfach mit einem Becher abschöpfen.
Aber Achtung! Sie sind extrem empfindlich. Zu schnelles auskippen des Bechers in das Glasbecken tötet bereits die Fischchen!
Nachdem ich die Fischchen im Glasbecken hatte (ca. 100-200), begann ich das Erstfutter zu zu bereiten. Dazu habe ich schlicht und einfach etwas() Hefe aufgelöst und ins Becken gekippt. Als Menge habe ich so viel dosiert, dass das Wasser gerade nicht mehr ganz klar war.
Zwei mal täglich habe mit einem Luftschlauch die toten Fischchen und etwas Mulm abgesaugt und duch frisches Wasser ergänzt. Trotzdem stiegen die Wasserwerte (insbesondere Nitrit) natürlich in bedenkliche Höhen an.
Nach ca. 3-5 Tagen stellt ich die Ernährung langsam auch frisch geschlüpfte Artemia Nauplien und zerkleinertes Trockenfutter(!) um. Das Trockenfutter (Futterflocken) habe ich dazu in einem Mörser zerkleinert. Sobald ich halbwegs sicher war, dass alle fraßen erfolgte der Umzug in ein anderes Becken.
Ich hatte mir ein Plastikbecken von ca. 8L besorgt. In dieses habe ich an einer Seite ein ca. 5 cm hohes Loch geschnitten, welches ich mit einem Artemiafilter (diese grünen Kästen) zugeklebt habe. Dieses Becken habe ich dann in mein Technikbecken gehängt. Zusätzlich habe ich Beckenwasser in dieses Plastikbecken tropfen lasse (gerade so, als wollte ich neue Tiere eingewöhnen.
In dieses Becken kamen dann die Kleinen und hatten somit immer gutes Wasser. Nach ein paar weiteren Tagen stellte ich die Fütterung mit Artemia ein und sie wurden mit Trockenfutter groß gezogen.
Alles in Allem recht wenig Aufwand und es hat funktionert. Natürlich nur mit einer niedrigen Überlebensrate, aber immerhin.
